Entwicklung von Tradingsystemen von Van K. Tharp

Viele Tradinganfänger scheitern früher oder später an ihrer Faulheit. Mit der heute erhältlichen Tradingsoftware geht es schnell und leicht, sich quasi übers Wochenende ein Handelssetup zusammenzustricken. Von der Tradingindustrie, speziell den Forex- und CFD-Marketmaker-Buden, ist das auch so gewollt. Denn je eher jemand anfängt zu handeln, desto schneller landet sein/ihr Geld beim jeweiligen Anbieter. Deren Handelsplattformen sind heute absichtlich so kinderleicht zu bedienen, dass auch Fünfjährige mit dem Börsenhandel beginnen können. Schaut man sich allerdings Profi-Werkzeug an, muß man sich dort erstmal durch ein Handbuch wälzen und auch noch programmieren lernen. Das ist nervig(was keiner will) und kostet Zeit(die keiner mehr hat). Am Ende hat man dann aber Setups und Systeme entwickelt, die man zu 100 Prozent versteht. Denn meistens hat man etwas Umfangreicheres entwickelt, als sich im Baukastenprinzip ein paar fertige Indikatoren darstellen zu lassen, die blinken wenn sich dort irgendwas kreuzt.


Entwicklung von Tradingsystemen
von Van K. Tharp, Ph.D

Meine Recherchen haben ergeben, dass sich die Probleme vieler Leute bei der Entwicklung eines Tradingsystems in fünf verschiedene Kategorien unterteilen lassen. Die ersten drei Bereiche halten Trader davon ab die Entwicklung überhaupt zu beginnen oder die angefangene Arbeit zu beenden. Dies beinhaltet die Abneigung gegen Computer, "Aufschieberitis" und die Überforderung, die ein solcher Entwicklungsprozess auslösen kann. Die zwei weiteren Probleme bewirken, dass Leute zwar ein Tradingsystem entwickeln, es aber in der Praxis nicht funktioniert. Dieser Umstand hat mit einem Hang zum Perfektionismus und einem mangelhaften Urteilsvermögen zu tun.

Den inneren Schweinehund bekämpfen

Viele von uns haben Schwierigkeiten mit einem Projekt zu beginnen - speziell wenn es um das Thema Planung und Entwicklung geht. Doch wenn man nicht anfängt, dann verschlimmern sich die Probleme nur noch weiter.

Was verbirgt sich hinter der Aufschieberitis bei dieser Art von Problemen? Oft ist der Hauptgrund Versagensangst. Wenn Sie beispielsweise versuchen ohne einen Plan zu traden, dann wissen Sie auch wie riskant das ist. Und wenn dann ein Teil von Ihnen möglicherweise auch noch sehr besorgt über die Konsequenzen des Tradings ist, dann haben Sie Schwierigkeiten damit zu beginnen, einen Tradingplan zu erstellen. Oder vielleicht geben Sie Ihren bisherigen Job auf, um Vollzeit zu traden und sind darüber besorgt ob es auch funktionieren wird. Auch diese Art von Sorgen kann dazu führen, dass Sie keinen vernünftigen Plan erstellen.

Wenn Sie sich Ihrer Tradingfähigkeiten nicht sicher sind, aufgrund gemachter Erfahrungen oder wenn es Ihnen an Selbstvertrauen fehlt, werden Sie es erst recht schwierig finden, mit der Erstellung eines Tradingplans zu beginnen. Doch je größer der Zeitdruck wird, desto stärker wird auch Ihre Angst. Manchmal produziert die Angst vor dem eigenen Erfolg das gleiche Resultat. Einige Leute fürchten den Erfolg, weil er etwas „Neues“ in Ihr Leben bringt. Stellen Sie sich vor, Sie werden reich und aufgrund Ihrer bisherigen Erfahrungen mögen Sie die ganzen Implikationen nicht, die das Reichsein mit sich bringt. Vielleicht wenden sich Ihre Freunde dann von Ihnen ab oder vielleicht könnten sie beginnen Sie auszunutzen, wenn Sie mehr Reichtum besitzen als Ihre Freunde. Oder möglicherweise assoziieren Sie mit Reichtum und Wohlstand arrogante Menschen, und Sie selbst möchten aber nicht arrogant sein oder wirken.

Ein weiterer Grund warum Sie nicht beginnen einen Tradingplan zu erstellen, ist mangelndes Interesse an diesem Teil des Prozesses. Sie mögen die Idee nicht, mit einem Computer herumzuspielen, Simulationen zu testen und all die andere Arbeit die dabei anfällt. Es könnte auch sein, dass Sie dabei an Ihre Schulzeit erinnert werden, wenn Sie diesen Lebensabschnitt gehasst haben. Mangelndes Interesse ist gefährlich, denn es breitet sich schnell auf andere Bereiche Ihres Lebens aus und kann Ihre generelle Motivation enorm beeinträchtigen, so dass Sie große Schwierigkeiten bekommen ein neues Unterfangen zu starten.

Alles was Sie tun möchten, ist gleich mit dem Handeln zu beginnen. Als Resultat dieser Vorgehensweise, beginnen Sie tatsächlich sofort zu traden, ohne Ihre Methode jemals getestet zu haben - wahrscheinlich gehören Sie dann zu den Leuten, die auf die harte Tour Fehler machen und lernen.

Vielleicht erinnert Sie die Erstellung eines Tradingplans an jemanden den Sie nicht mögen und wollen nicht so werden wie diese Person oder die Methodik der Person übernehmen. Je mehr Sie die Idee einen Tradingplan zu erstellen ablehnen, je mehr untergraben Sie einen notwendigen Teil des Tradingprozesses und als Konsequenz werden Sie beim Handeln viele Fehler machen. Das Wichtigste an der Entwicklung eines Tradingplans ist die Festlegung der Ziele und Kriterien des Systems. Was soll es für Sie tun? Was wollen Sie damit erreichen?

Wenn Sie erstmal die Ziele und Kriterien festgelegt haben, ist der Prozess ein System daraus zu entwickeln vergleichsweise einfach. Denn 50 Prozent der Arbeit haben Sie damit schon erledigt. Bis Sie Ihre Ziele nicht festgelegt haben, haben Sie auch keine Ahnung was Sie eigentlich wollen, und können auch feststellen wann Sie schon ein Ziel erreicht haben. Sie können noch nicht einmal Ihren eigenen Fortschritt beobachten, wenn nicht genau wissen was Sie wollen. Im Gegensatz dazu, wenn Sie genau wissen was Sie wollen, können Sie sich auch für jede Phase Ihres Projekts die entsprechenden Deadlines setzen.

Was kann man gegen Aufschieberitis tun?

Erstens müssen Sie erkennen, dass der Hang Dinge aufzuschieben an Ihnen selbst liegt und Sie müssen die Verantwortung dafür übernehmen. Treffen Sie eine verbindliche Verpflichtung mit sich selbst, um diese Aufgabe zu erledigen. Konzentrieren Sie sich darauf ein Projekt zu beginnen anstatt darauf es möglichst schnell zu beenden.

Zweitens müssen Sie sämtliche Ziele für Ihre Tradingsystem aufschreiben. An diesem Punkt sollten Sie genau wissen was Sie wollen, der Prozess sollte klar sein und Sie sollten für jeden Teilabschnitt einen Kontrollpunkt festlegen. Wenn Sie genau wissen was als nächstes zu tun ist, so ist es viel leichter sich darauf zu konzentrieren und es umzusetzen.

Drittens sollten Sie den Prozess der Entwicklung in kleine Schritte unterteilen und mit Prioritäten versehen. Setzen Sie sich Deadlines für die verschiedenen Schritte. Sollte einer der Schritte zu beschwerlich sein, dann unterteilen Sie diesen in weitere Zwischenschritte inklusive Deadlines.

Fazit:
Erinnern Sie sich daran was Lao Tse einst sagte: "Auch eine Reise von 1000 Meilen beginnt mit dem ersten Schritt."

© Traders Journal

Van Tharp Institute

S&P 500, Zinsen und der Ausbruch des Wahnsinns

Der Januar ist vorbei und an der Wall Street ist der Wahnsinn ausgebrochen! Für die 1.000 Punkte von 25.000 bis 26.000 hat der Dow Jones nur noch zwei Wochen benötigt. Schneller hat er in seiner Historie noch nie +1.000 Punkte erzielt. Selbst der größte Equity-Index der Welt, der S&P 500, ging parabol. Desweiteren gab es Anfang Januar den größten jemals gemessenen Geldzufluß in Fonds. Größtenteils wieder in die schon seit Jahren aufgepumpten ETFs. Man merkt also, die Amerikaner verdienen wieder mehr Geld als sie ausgeben können. Da wandert der übrige Geldrest mal wieder in Aktien. Dem Zeitgeist treu, natürlich auch in die unregulierten Kryptoblasen. Die Stimmung weiter angeheizt hat dann noch der große Führer der Vereinigten Staaten von Amerika. Alles großartig, seit er der Herrscher ist. Bis gestern.
Denn plötzlich war sie wieder da, diese seltsame Situation. Die alten Hasen unter den Händlern warnten schon seit Wochen, dass die Entwicklung an den Märkten endgültig aus dem Ruder gelaufen ist. Manche verglichen die Gesamtlage mit 1987. Gleichzeitig sagten die anderen Marktteilnehmer aber, dass es weiter steigen wird und quasi, auch durch den Bitcoin, eine neue Zeitrechnung begonnen hat. Notenbankgeld bis zum Abwinken, Wachstum ohne Ende, die Zinsen werden so langsam steigen wie eine Schnecke kriecht und Donald Trump wirft nur so mit Geld, was er garnicht hat, um sich.

Zinsen

Die steigen. Und zwar nicht die vielbeachteten der Fed, auf welche die Welt schaut wenn die Damen und Herren der Notenbank turnusmäßig mittwochs ihre Entscheidung raushauen, sondern die langfristigen der 10 Year Treasuries. Die steigen nämlich schon seit Wochen und liegen aktuell mit 2,80% sogar über der durchschnittlichen Dividendenrendite von amerikanischen Aktien. Faktoren für den Anstieg gibt es viele. Das Gefährliche ist aber, dass die Zinsen der 10y Bonds plötzlich stark ansteigen können. Im Gegensatz zu den Fed-Zinsen, die nur steigen wenn die Fed das will. Demnächst wohl wieder im März. Regel: Zinsen rauf = Aktien runter. Vorallem nach so einer absurden Rally wie in den letzten Monaten und Jahren.

Crash

Dann war es soweit. Nachdem sich der Markt Ende Januar und um den Fed-Day herum noch einigermaßen halten konnte, hat am Freitag und Montag dann die Tatsache zugeschlagen, dass parabole Kurven kein Top ausbilden. Im rechten Winkel ist die Wall Street abgeschmiert. Der größte Tagesverlust in Punkten aller Zeiten. Der höchste prozentuale Tagesanstieg im $VIX aller Zeiten. Eine so niedrige Liquidität im ES-Future wie zuletzt 2008 usw. usw. Ein Zwei-Tages-Massaker! Bisher!
Solche Crashs zerstören nicht nur Depots, sondern auch Charts und vorallem die Marktstimmung. Neue Allzeithochs kann man sich erstmal abschminken. Ich gehe sogar soweit zu sagen, dass wir das Jahreshoch für 2018 schon gesehen haben.

Chartausblick

Charttechnisch hat der S&P 500 tatsächlich die ultralange Trendlinie(die ich etwas anpassen mußte), beginnend im November 1980, punktgenau erreicht. Mit einem Gewaltakt an nur einem Tag wurde sie dann nach oben durchbrochen. Gleichzeitig ging der RSI(14) im Wochenchart auf das noch nie gesehene Level von über 90. Das war dann ein Maximum an Euphorie.


Wie geht es nun weiter. Da es sich bis jetzt um einen astreinen Crash ohne richtiges Top handelt, hat mein Trendmodell noch nicht auf Downtrend gedreht. Das wird aber irgendwann noch passieren. Dann ist davon auszugehen, dass wir noch tiefere Kursen sehen werden. Um die 2530 verläuft gerade die DMA-200. Die sollte noch erreicht werden. Ob das sofort passiert, oder erst nach einem Bounce der bis an die 2800 reichen kann, muß abgewartet werden. Das dieser Crash-Schreck umgehend verdaut wird und man zur Tagesordnung, also weiter munter kaufen, übergeht, ist eher nicht zu erwarten. Ansonsten werden die nächsten Wochen wohl hoch volatil bleiben. Außerdem darf man gespannt sein, was die Fed nun macht. Denn in den letzten zehn Jahren hat sie in derartigen Situationen immer ihre Waffen aus dem Schrank geholt und einen weiteren Absturz verhindert.

Rückblick 2017 - Ausblick 2018

Ein interessantes Börsenjahr ist zu Ende. Mein Forecast für 2017 wurde größtenteils abgearbeitet. Dass, das ganze Jahr über Bullenmarkt herrscht war klar. Die Kursziele wurden alle getroffen und im letzten Quartal in einer Phase der Euphorie sogar deutlich übertroffen. Auch Trump und seine Milliardärsbuddies gehen weiter ihren Weg. Kurz vor Ende des Jahres machten sich die Boys dann wie vorausgesagt, mit einer Steuerreform noch reicher als sie schon sind. Das sie ihre Milliarden nie ausgeben können und ihre nächsten Familiengenerationen auch nicht, druff geschissen. Kugel raus, was wird 2018 an den Märkten abgehen?

Meine Glaskugel ist seit langem mal wieder etwas nebelig. Der endlose Bullenmarkt kommt nämlich in seine Endphase. Denn nochmal so eine Performance wie 2017 ist für 2018 eher unwahrscheinlich. Die globale Wirtschaft rennt teils unter Vollbeschäftigung, die Zinsen sind niedrig und steigen langsam bis garnicht und Meister Draghi und ein paar andere Zentralbänker dieses Planeten, hören nicht auf Geld in das System zu pumpen. Die Fed pumpt nicht mehr, sondern macht das Gegenteil. Sie baut ihren angesammelten, riesigen Anleihenhaufen ab. Zuerst langsam, aber im Laufe des Jahres soll das Abbauen beschleunigt werden. Das wird dem Aktienmarkt die sogenannte Überschussliquidität entziehen. Das bedeutet, es ist immer weniger "free money" für die Banken da, um damit Assets zu kaufen. Auf der einen Seite haben wir also Zentralbanken die so weitermachen wie bisher(Geld drucken), und auf der anderen Seite steht die größte und mächtigste Zentralbank der Welt, die es genau anders macht(Geld einziehen). Klingt nach Patt und das klingt nach seitwärts. Und das wiederum klingt nach erhöhter Volatilität.

Da an der Börse die Zukunft gehandelt wird, dürfte der Großteil des Booms schon in den Kursen enthalten sein. Und wenn an den Börsen die Luft raus ist, keine Impulse und keine neuen Hochs mehr kommen und es seitwärts tendiert, sucht man Nachrichten die für steigende Kursen sorgen könnten. Und dabei findet man alles was die Analysten der Deutschen Bank für 2018 als Gefahr für die Märkte ausgemacht haben.

Crisis for 2018
Wie sieht es charttechnisch aus? Auf Allzeithochs und in Euphoriephasen gibt es fast nichts in den Charts zu analysieren. Der Weg nach oben ist quasi frei. Neue Hunderter- oder Tausendermarken werden in den Indizes in Rekordzeit erreicht und Korrekturen sind so gut wie immer eine Kaufgelegenheit. Der RSI(14)-Indikator steht auf völlig überkauft und hat wie viele andere charttechnischen Indikatoren kaum noch eine Wirkung. Es handelt sich somit um einen Markt für den Börsenspruch: "In einem Bullenmarkt wird jeder zu einem Guru!" Denn selbst wenn man dumm ist wie ein Feldweg, kann man in so einem Markt Geld verdienen. Irgendwas kaufen, warten, Geld verdient. Trotzdem mal ein Blick auf die Charts, um zu sehen wie der Wahnsinn abgeht.

Der SPX hat meinen schon im letzten Jahr präferierten langfristigen Kanal nach oben verlassen. Das spricht für Stärke, zeigt aber auch Übertreibung. Der Nasdaq- und der Dow Jones-Chart sehen genauso aus. Trendkanäle verlassen, Wahnsinn eingeläutet. Mein Trendmodell steht logischerweise überall auf Uptrend und ohne einen Crash kann es Monate dauern, bis der aktuelle Trend sich umkehrt. Interessant ist beim SPX nur die extrem lange Widerstandslinie, die ihren Ursprung irgendwo Anfang der 80er- bzw. Ende der 70er-Jahre hat.


Der DAX hingegen ziert sich schon seit Wochen und pendelt um die 13.000er-Marke. Die 17 Jahre alte Linie vom Allzeithoch im Jahr 2000 entpuppt sich als harter Widerstand. Er muß deutlich über 13.500 steigen, um 14.000/14.500 ins Visier zu nehmen.


Fazit: Die Notenbanken arbeiten momentan konträr. Die EZB und ein paar andere geben weiter geldpolitisch Gas, während die Fed den Rückwärtsgang reinhaut. Das riecht nach Getriebeschaden. Dran denken: Die Börsen nehmen diese Entwicklung vorweg! Charttechnisch steht alles weiter auf Uptrend, aber sehr lange Linien über Jahrzehnte gezogen, blocken gerade. Bis ein Umdenken einsetzt kann es dauern. Die Gier ist bekanntlich stärker. Der legendäre schwarze Schwan wartet auf dem aktuellen Börsenniveau auch an jeder Ecke. Wo er sich versteckt, ist die große Unbekannte Nr.1 und wann er losflattert ist die große Unbekannte Nr. 2. Michael Burry, übernehmen Sie!

Wünsche allen einen guten Rutsch ins Jahr 2018!

Grundlegende Regeln für Swingtrader von Linda Bradford-Raschke

Mit ihren 50 Tradingregeln hat Linda Bradford-Raschke ja schon alles gesagt. Und da dieser Blog fast nur noch wegen diesen 50 Regeln besucht wird, gibts jetzt einen Nachschlag. Deswegen hier nochmal eine kleine Zusammenstellung von Regeln für Swingtrader. Das Day-, Swing- und Positionstrader unterschiedlich am Markt für den Erfolg agieren müssen, sollte klar sein. Vieles trifft zwar auf alle Trader zu, aber man sollte alle drei Tradingarten völlig separat behandeln. Nicht umsonst gibt es den Spruch: "Positionstrades sind meistens schiefgegangene Daytrades!". Was bedeutet, dass ein Daytrader eine Minusposition aufgebaut hat deren Buchverluste am Ende des Tages so schmerzen, dass er sie "erstmal" behält. In der Hoffnung, am nächsten Tag irgendwie noch heil aus der Sache herauszukommen. Dabei kann es (und wird es oft!) aber passieren, dass er diese Position über Tage oder sogar Wochen im minus behält, wenn es richtig schlecht läuft. Beim Lesen der Regeln wird man schnell erkennen, dass sie für Daytrader eher weniger wichtig und für Positionstrader bzw. Investoren eher unwichtig sind.

  1. Wenn Dein Einstieg richtig ist, sollte sich der Markt fast sofort in die präferierte Richtung bewegen. Er kann vielleicht noch einmal zurückkommen und Deinen Einstiegspunkt testen und eventuell sogar etwas darunter fallen, aber das ist okay.
  2. Halte Verliererpositionen nicht über Nacht. Steige aus und handel am nächsten Tag bessere Positionen.
  3. Ein starker Schlußkurs deutet auf eine starke Eröffnung am nächsten Tag hin.
  4. Wenn sich der Markt nicht wie erwartet bewegt, beende den Trade nach der ersten Reaktion.
  5. Wenn Dir der Markt in einem Glücksfall große Gewinne bietet, kassiere sie bis zum Schlußkurs.
  6. Wenn Du long bist, der Markt Breakeven schließt und eine tiefere Eröffnung am nächsten Tag andeutet, dann schließe den Trade mit einem Minigewinn oder auch im Minus. Handel bessere Positionen am nächsten Tag.
  7. Es ist immer okay sehr kleine Gewinne mitzunehmen!(Im Englischen heißt das "to scratch a trade". Also bei Nichtgefallen des Trades die Position zu schließen, auch wenn man nur einen Cent im Plus ist. - mz)
  8. Nutze enge Stopps wenn Du Swingtrading betreibst und weite Stopps, wenn Du einen Trend handelst.
  9. Das Ziel ist es immer das Risiko zu minimieren und "Geschenke"(vom Markt) zu bekommen.
  10. Wenn Du anfängst zu zweifeln - steige aus! Dann hast Du Deinen Leitfaden und Deinen Handelsplan verloren!
  11. Benutze Market Orders. (Ok, dass kann man jetzt sehen wie man will. - mz)
  12. Wenn der Trade nicht funktioniert, steige nach der ersten Reaktion aus.
  13. ANTIZIPIERE!
LBRGroup

    

Noch läuft es wunderbar...

Im Wahlprogramm der CDU ist zu lesen, dass man in Deutschland eine Vollbeschäftigung bis 2025 anpeilt. Das finde ich ziemlich fahrlässig, denn anscheinend hat sich in dieser Partei niemand Gedanken über die sich rasant verändernde Arbeitswelt gemacht. Außerdem scheint man bei der CDU davon überzeugt zu sein, dass man die schon seit Jahrzehnten üblichen Wirtschaftszyklen einfach abschalten kann. Tausende von Arbeitsplätzen werden aufgrund von Digitalisierung und Automatisierung durch Algorithmen ersetzt. Das bedeutet zum Beispiel für die Bankenwelt, dass ein Mitarbeiter der nicht mehr benötigt wird, auch bei einer anderen Bank oder Sparkasse nicht mehr gebraucht wird, da die Digitalisierung den ganzen Bankensektor betrifft. Da ein Unternehmen aber nicht 1.000 Stellen in einer Woche streicht, sondern der Abbau sich über Jahre ziehen kann, kann man sich anhand der folgenden Linkliste denken was bis 2025(Jahr der Vollbeschäftigung!) in diesem Land und Europa so ablaufen wird. Für Aktionäre natürlich super, denn je mehr Malocher man rauswirft, desto mehr Geld bleibt am Ende übrig! Im Prinzip sieht die Zukunft irgendwie so aus, dass Computer sehr viel Arbeit für uns erledigen und wir den ganzen von Robotern produzierten Plunder, mit unseren Dividenden und von Hartz IV kaufen. Natürlich online, weil wer verlässt denn noch freiwillig die eigene Hütte? Draußen ist eh nichts mehr los und mehr als Amazon, Facebook und Google braucht kein Mensch. :-D

20. April 2016: Intel streicht 12.000 Jobs bis Mitte 2017

23. Juni 2016: Deutsche Bank schließt jede vierte Filiale, 3.000 Jobs

18. August 2016: US-Netzwerkkonzern Cisco plant massiven Stellenabbau, 9.000 bis 14.000 Jobs

29. September 2016: Commerzbank streicht 9.600 Stellen

03. Oktober 2016: Niederländische ING streicht 7.000 Jobs

18. November 2016: VW baut weltweit 30.000 Stellen ab, 23.000 davon in Deutschland

16. Januar 2017: Lufthansa-Catering-Tochter plant weiteren Stellenabbau, 2.000 Jobs

04. Februar 2017: Daimler plant Stellenabbau bei Verbrennungsmotoren - "Für den Bau eines Antriebs wird beim E-Auto nur ein Siebtel der Beschäftigten benötigt."

15. März 2017: E.on streicht nach Rekordverlust 1.300 Stellen

24. April 2017: SAP plant Stellenabbau

11. Mai 2017: Digitaler Wandel: Siemens streicht 2.700 Jobs

16. Mai 2017: Um Gewinne zu erhöhen, will Ford einem Medienbericht zufolge weltweit bis zu 20.000 Stellen streichen.

16. Juni 2017: Nike streicht 1.400 Jobs

23. Juni 2017: Digitalisierung kostet 700 Jobs bei der Allianz

29. Juni 2017: Bombardier will bis zu 2.200 Stellen in Deutschland streichen

05. Juli 2017: Vodafone will 1.000 Stellen in Deutschland streichen

07. Juli 2017: General Electric baut in Birr 100 Stellen ab – Besserung ist nicht in Sicht

11. Juli 2017: Essener Stahlriese Thyssen-Krupp will 2.500 Stellen streichen

11. Juli 2017: In der IT-Sparte Allianz Technology sollen 300 der rund 2.000 Mitarbeiter in Deutschland gehen


Um nicht nur die Big Boys der Industrie aufzuzählen, hier mal ein paar kleinere Unternehmen.

30.Juni 2017: Der Pharmakonzern Grünenthal will sich neu organisieren. Weltweit sollen bis zu 350 Stellen abgebaut werden.

30. Juni 2017: DaWanda kündigt massiven Stellenabbau an

30. Juni 2017: eSport-Veranstalter ESL baut Personal ab

03. Juli 2017: Cinram Alsdorf informiert Mitarbeiter zum Stellenabbau

Jetzt hab ich keine Lust mehr, es sind einfach zuviele Firmen die Leute rauswerfen. Und während ich das hier schreibe, meldet die Alno AG, einer der größten Küchenhersteller der Welt, Insolvenz an.